Matteo Berrettini hat am Sonntag das hochklassige Endspiel bei den mit 769.645 Euro dotierten BOSS OPEN auf dem Stuttgarter Weissenhof gewonnen. Der 26-jährige Italiener setzte sich gegen den dreifachen Grand-Slam-Champion Andy Murray (GBR) in 2:40 Stunden mit 6:4, 5:7, 6:3 durch. Der Weltranglisten-Zehnte feierte damit seinen zweiten Turniersieg in Stuttgart nach 2019, zudem ist Berrettini auf dem Weissenhof auch nach neun Matches immer noch ungeschlagen.

Stuttgart, 12. Juni 2022. – Das Endspiel der BOSS OPEN hielt, was es im Vorfeld versprochen hatte! Matteo Berrettini und Andy Murray gingen von Beginn an ein hohes Tempo und geizten auch nicht mit spektakulären Ballwechseln. Im ersten Durchgang reichte dem Italiener ein frühes Break zum 2:1 zum Satzgewinn. Im zweiten Durchgang ging es bis 6:5 mit dem Aufschlag, ehe Murray seinem Gegner das Service zu null abnahm und damit den Gleichstand herstellte.

Zu Beginn des dritten Satzes traten beim Schotten plötzlich Probleme im Bauchmuskelbereich auf. Gegen seinen angeschlagenen Kontrahenten machte der gebürtige Römer mit zwei Breaks zum 1:0 und 6:3 seinen zweiten Stuttgart-Triumph perfekt. Damit bleibt Berrettini, der Markenbotschafter des neuen Titelsponsors, auch der BOSS auf dem Stuttgarter Weissenhof. Für seinen sechsten ATP-Titel kassierte der Italiener einen Siegerscheck in Höhe von 105.290 Euro und 250 Weltranglisten-Punkte.

Nach dem verwerteten Matchball verdrückte Berrettini einige Freudentränen. „Es ist unglaublich! Dieses Mal fühlt sich der Sieg sogar noch spezieller an als vor drei Jahren. Ich habe die ganze Woche über gesagt, dass es schwer wird. Ich denke, ich habe nicht einmal mein bestes Tennis gespielt, daher macht mich dieser Erfolg noch stolzer. Es war mental eine schwere Woche, aber ich habe gekämpft und jetzt auch noch gewonnen. Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel“, jubelte Berrettini.

Andy Murray präsentierte sich in Stuttgart einmal mehr als großer Sportler. Trotz seiner körperlichen Probleme biss er auf die Zähne und spielte die Partie zu Ende: „Da war das Break am Ende des zweiten Satzes, danach habe ich beim Servieren plötzlich Schmerzen in den Bauchmuskeln gehabt. So etwas hatte ich noch nie zuvor. Ich muss mir das anschauen lassen, wenn ich heimkomme. Ich habe jetzt viele Spiele gespielt, wahrscheinlich die meisten Spiele hintereinander seit 2016. Es ist lange her, dass ich neun Matches in 14 Tagen absolviert habe. Zudem habe ich letzte Woche von Donnerstag bis Samstag durchgespielt. Hier in Stuttgart dann Donnerstag bis Sonntag. Wahrscheinlich ist es normal, dass man nach so einem Programm seinen Körper dann auch spürt. Ich hatte diese Woche einige gute Spiele und Siege. Das Ende war natürlich nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich denke, ich habe gut gespielt und war zu Beginn des dritten Satzes in einer guten Position, um zu gewinnen. Das Ende einer eigentlich guten Woche war dann leider frustrierend“, haderte Murray mit der Blessur.

Den Doppeltitel sicherte sich das polnisch-kroatische Duo Hubert Hurkacz und Mate Pavic, das im Finale den Frankfurter Tim Pütz und den Neuseeländer Michael Venus mit 7:6 (7/3), 7:6 (7/5) bezwang.

Matteo Berrettini und Andy Murray „Foto: BOSS OPEN / Paul Zimmer“

Text: Karlheinz Wieser
Presseservice BOSS OPEN